Jetzt auf BluRay!

Eigentlich wurde die BluRay von „Das Kalte Herz“ exklusiv für unsere Crowdfunding-UnterstützerInnen erstellt. Da wir aber eine Mindestmenge herstellen mussten, haben wir nun ein paar Exemplare zuviel.

BluRay mit viel Bonusmaterial: Making-Of Clips, Alternative Fassung, Fernsehbericht, Kurzfilme sowie eine Kapiteleinteilung nach Karl Ulrich Schnabels "Abteilungen". Mit deutschen und französischen Untertiteln.

BluRay mit viel Bonusmaterial: Making-Of Clips, Alternative Fassung, Fernsehbericht, Kurzfilme sowie eine Kapiteleinteilung nach Karl Ulrich Schnabels „Abteilungen“. Mit deutschen und französischen Untertiteln.

Diese limitierten BluRays mit umfangreichem Bonusmaterial können in den Burgdorfer Kinos, der Buchhandlung am Kronenplatz in Burgdorf oder online auf cede.ch bestellt werden.

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Schnyders Filme im Fernsehen

Diesen Sommer zeigt das Schweizer Fernsehen wieder eine Reihe von Franz Schnyders Filmen. Nach dem Auftakt mit „Uli der Pächter„, wird am Nationalfeiertag, dem 1. August, die Kurzfassung von „Anne Bäbi Jowäger“ präsentiert. Schnyder fasste seinen Zweiteiler aus Anfang der 1960er-Jahre zu einem einzigen Film zusammen und brachte ihn 1978 nochmals in die Kinos. Am 12. August wird die Kinofassung der 13teiligen Fernsehserie „Die 6 Kummerbuben“ gezeigt, Schnyders letztem Film.

Franz Schnyder, der Hauptdarsteller in „Das Kalte Herz„, wurde nach seiner Theaterzeit in Deutschland zu einem der bedeutendsten Schweizer Filmregisseure.

Das Kalte Herz im Filmblatt

In der renommierten Zeitschrift „Filmblatt“ ist soeben ein Artikel über „Das Kalte Herz“ erschienen. Darin steht vor allem das Filmhistorische im Mittelpunkt, während im kommenden Artikel im Burgdorfer Jahrbuch Raff Fluri über seine Erlebnisse sowie über Franz Schnyders Rolle im Projekt berichtet.

Das aktuelle FILMBLATT mit einem Artikel über "Das Kalte Herz"Das Filmblatt kann ab sofort hier bestellt werden. Das Burgdorfer Jahrbuch erscheint im November 2018.

 

Die Schauspielschule, Lilli Palmer und das Kalte Herz

Viele Darsteller und Statisten konnte Karl Ulrich Schnabel über seinen Bruder Stefan Schnabel gewinnen. Dieser studierte zu dieser Zeit an der Schauspielschule von Ilka Grüning und Lucie Höflich im selben Jahrgang wie Franz Schnyder (*05. März 1910 – † 08. Februar 1993) in Berlin, wodurch dieser zu seiner ersten und einzigen Hauptrolle vor der Kamera kam, aber auch die argentinische Schauspielerin Juanita Sujo (*14. Juli 1913 – † 12. Juli 1961, siehe weiter unten) zu ihrer ersten Filmrolle als Mutter von Peter Munk. Dass die bekannte deutsche Schauspielerin Lilli Palmer nicht beim „Kalten Herz“ mitwirkte, hatte wohl lediglich mit Zeitmangel zu tun.

FranzSchnyder(rechts)mitStatisten_SzeneAusDemFilmDasKalteHerz1933

Franz Schnyder (rechts im Vordergrund) mit Statisten, die meisten wahrscheinlich aus Grünings und Höflichs Schauspielschule.

Denn Lilli Palmer war in der selben Klasse wie Sujo, Schnabel und Schnyder. In der Autobiographie „Dicke Lilli – gutes Kind“ schreibt Palmer zwar nichts von Stefan Schnabel und Franz Schnyder, aber dass sie sich stets nahe an Sujo gehalten habe, die schon damals eine talentierte Schauspielerin gewesen sei und eigentlich gar keinen Unterricht gebraucht hätte. Sehr eindrücklich schildert Palmer ihre Freundschaft zu Juanita Sujo und beschreibt die Stimmung in der Schauspielschule, und wie die beiden Lehrerinnen Ilka Grüning und Lucie Höflich ihre 24 SchülerInnen unterrichtet haben. Dass Lilli Palmer nicht im Kalten Herz mitgespielt hat, hat wohl lediglich damit zu tun, dass ihr Vater von ihr verlangte, parallel zur Schauspielschule – die sie freiwillig besuchen wollte – auch noch das Gymnasium zu absolvieren. So lernte sie vormittags während dem Gymnasium für die Schauspielschule, während sie am Nachmittag in der Schauspielschule fürs Gymnasium lernte. Die restlichen Hausaufgaben mussten abends erledigt werden und so verblieb kaum mehr Zeit für ein weiteres Engagement.
Am 23. April 1932 traten die SchauspielstudentInnen im Schubert-Saal an der Bülowstrasse 104 in Berlin zur Studio-Prüfungsaufführung an. Aufgeführt wurden Szenen aus unterschiedlichen Werken. Schnyder spielte Figuren aus Gerhard Hauptmanns „Rose Bernd“, „Cyprienne“ von Sardou und Najac, von der Presse wurde er aber besonders für seine Performance als Peer Gynt gelobt. Stefan Schnabel, Juana Sujo und Lilli Palmer standen an diesem Abend mit ihm auf der Bühne, ebenfalls in verschiedenen Rollen.

Petition für das Lichtspiel lanciert

Ausnahmsweise finden Sie auf unserer Website einen Artikel, der nicht direkt mit dem „Kalten Herz“ zu tun hat. Aber dennoch geht es um eine fürs „Kalte Herz“ sehr wichtige Institution. Denn nicht nur wird eine Archivkopie von unserem Projekt dort behütet, sondern auch zwei wunderschöne Premieren-Anlässe durften wir dort erleben. Für den Projektleiter Raff Fluri ist es ein wichtiger Ort für seine Arbeit, und nun ist die Kinemathek Lichtspiel in Bern in finanziellen Nöten.

Das Lichtspiel ist Kino, Werkstatt, Archiv und Museum. Seit fast zwanzig Jahren. Auf 1’000 Quadratmetern stehen 1’500 Projektoren, lagern 25’000 Kurzfilme, arbeiten 30 Personen – 10 davon beziehen Lohn. Jährlich finden über 100 private Veranstaltungen und mehr als 150 öffentliche Vorführungen statt. Das Schaulager ist europaweit einzigartig. Firmen, Familien, Vereine, Institutionen und Schulklassen erleben Kinogeschichte live. Für ihr Publikum steigen die Lichtspiel-Leute täglich ins Archiv, stellen Programme zusammen, diskutieren, verwerfen, führen vor. Im Gegensatz zu vielen grösseren Cinémathèquen, die sich vornehmlich an den bedeutenden Namen orientieren und sich den aus ihrem Blickwinkel filmhistorisch relevanten Filmen widmen, steht das Lichtspiel allen offen und interessiert sich auch für die kleinen Filme. Es ist wirklich eine Kinemathek für alle: Amateur-FilmerInnen finden hier direkt und unkompliziert Hilfe zu ihren Familien- und Schmalfilmen. Damit trägt das Lichtspiel einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des nationalen Gedächtnisses bei. Es arbeitet aber auch mit professionellen Filmschaffenden, denkt mit AusstellungsmacherInnen und bedient Festivals mit einmaligen Programmen. Vieles davon kostenlos und ehrenamtlich. Die MitarbeiterInnen des Lichtspiels reparieren, restaurieren, vermieten, liefern Ersatzteile – oder bauen diese nach.

Bund-180531-Archiv-als-Milchkuh-Aushang-kleinDas Lichtspiel bleibt dabei chronisch unterfinanziert, da die Dienstleistungen zu einem fairen Preis angeboten werden sollen. Für die Subventionsperiode 2020-2023 haben sie bei der Stadt einen jährlichen Unterstützungsbeitrag von 205’000 Fr. beantragt. Die Stadt Bern schlägt abweichend davon einen Leistungsbeitrag von 130’000 Fr. vor (genau dieser Betrag geht für die Miete der Räumlichkeiten wieder an die Stadt zurück), dazu 25’000 Fr. gebunden an externe Management-Unterstützung – mit dem Ziel, dass sich das Lichtspiel „ab 2024 aus eigener Kraft finanzieren“ sollte.

Auf der Website der Stadt Bern können Sie die vorgesehenen Beiträge an die unterschiedlichen Institutionen einsehen. Was sofort auffällt: Die unterschiedliche Höhe der vorgesehenen Beiträge. Für einen unbedarften Leser wie mich lässt sich kein Verhältnis des gesprochenen Betrags zum Potenzial der Leistungen bzw. zur Publikumswirksamkeit – Breite und Vielfalt des Zielpublikums – ausmachen.

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Neue Erkenntnisse über die Schauspielerin Juana Sujo

Juana Sujo spielt in „Das Kalte Herz“ die Mutter von Peter Munk (Franz Schnyder). Die bekannte argentinische Schauspielerin hat hier ihre erste Leinwandrolle. Gemäss der als verlässlich geltenden Filmdatenbank imdb.com sowie dem Eintrag auf wikipedia.org kam Sujo im Jahr 1918 in Buenos Aires zur Welt. Glaubt man dem Gelesenen, dann wäre die Darstellerin von Peter Munks Mutter im Film erst 14 Jahre alt! Eine lustige Vorstellung. Erst die beiden Publikationen Marquez, Carlos: „Juana Sujo: impulsora del teatro contemporáneo venezolano“, Fondo Editorial FUNDARTE, Alcaldia de Caracas 1996; und Dembo, Miriam: „Juana Sujo: (1913-1961)“, Editora El Nacional: Fundación Bancaribe (2009), brachten Klarheit: Entweder ein Fehler vom Texterkennungsprogramm oder ein Vertipper machte aus der Drei eine Acht, und schnell verbreitete sich die Falschinformation im Internet.

Pssst! Juana Sujo als Munk's Mutter in "Das Kalte Herz"

Pssst! Juana Sujo als Munks Mutter in „Das Kalte Herz“

Juanita Sujo (*14. Juli 1913 – † 12. Juli 1961) kam als Kind mit ihren Geschwistern nach Berlin und war an der Schauspielschule von Ilka Grüning und Lucie Höflich im selben Jahrgang wie Franz Schnyder (*05. März 1910 – † 08. Februar 1993) und Stefan Schnabel (*12. Februar 1912 – †11. März 1999). Mit dem Wissen über diese geschichtlichen Fakten konnten wir auf imdb.com und Wikipedia die Angaben über Juana Sujo korrigieren lassen.

First cinema screening in the United States

A private screening of Karl Ulrich Schnabel’s 1933 film „The Cold Heart“ (Das kalte Herz) was presented at the Pacific Film Archive in Berkeley CA. The film was received with much enthusiasm by all participants. A public screening is planned for the winter 2018/19.

Many thanks for the support by the Pacific Film Archive, specially Susan Oxtoby, Senior Film Curator, and Dave Taylor, Digital Content Producer. Without their support the event would not have been possible.